Vereinfachung der Beteiligungsstrukturen in Europa
Mit der Vollintegration der RAS in die Allianz vereinfachten wir die Gruppenstruktur und schufen so die Voraussetzung für ein effizienteres Kapital- und Synergiemanagement.
Die Allianz SE hält über Holdinggesellschaften jetzt 100 Prozent ihrer Schaden- und Unfall- beziehungsweise Lebens- und Krankenversicherungsgesellschaften in der Schweiz (Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft und Allianz Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft) und in Österreich (Allianz Elementar Versicherungs-Aktiengesellschaft und Allianz Elementar Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft). Diese Einheiten waren zuvor gemeinsamer Besitz von Allianz AG und RAS, wobei RAS die Mehrheit besaß. Außerdem hält die Allianz SE nunmehr direkt Mehrheitsbeteiligungen an dem portugiesischen Versicherer Compañhia de Seguros Allianz Portugal S.A. und dem spanischen Versicherer Allianz Compañía de Seguros y Reaseguros S.A.
Wir haben am 18. Januar 2007 angekündigt, auch die Minderheitenanteile von AGF und Allianz Leben zu erwerben, ebenfalls mit dem Ziel, uns über Regionen und Geschäftsfelder hinweg noch effizienter aufstellen zu können.(2)
Neuausrichtung des deutschen Versicherungsgeschäfts
Im Jahr 2006 führten wir unsere drei großen deutschen Versicherungsgesellschaften unter der neuen Holdinggesellschaft Allianz Deutschland AG zusammen; diese drei Einheiten sind Allianz Versicherungs-Aktiengesellschaft, Allianz Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft und Allianz Private Krankenversicherungs-Aktiengesellschaft. Die Allianz Deutschland AG ist ihrerseits eine 100-prozentige Tochter der Allianz SE. Im Zuge dieser im September 2005 angekündigten Reorganisation wurden die Frankfurter Versicherungs-AG und die Bayerische Versicherungsbank AG auf die Allianz Versicherungs-Aktiengesellschaft verschmolzen. Die Vertriebseinheiten der fünf vormals getrennt agierenden Unternehmen wurden in einer eigenen Gesellschaft, der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG, gebündelt; sie wird ebenfalls von der Allianz Deutschland AG gehalten. Wir lösten die bisherige Regionalstruktur unseres deutschen Versicherungsgeschäfts auf und ersetzten sie durch vier Vertriebs- und Dienstleistungsgebiete.
Diese Neuausrichtung vereinfacht unsere Strukturen und erhöht Effizienz, Flexibilität und Kundenfokus unseres deutschen Versicherungsgeschäfts. Mit exzellentem Kundenservice und einheitlichem Auftritt wollen wir auch in Zukunft unseren ersten Rang in diesem Markt sichern und ausbauen und dabei weiter profitabel wachsen. Das neue Betriebsmodell wird konsequent weiter umgesetzt und soll bis 2008 komplett stehen. Die Reorganisation sieht den Abbau von 5700 Arbeitsplätzen vor. Im Berichtsjahr erreichten wir folgende Zwischenziele:
Gründung der Allianz Deutschland AG als Holding für das deutsche Versicherungsgeschäft,
Benennung der obersten Führungsebene,
Einigung über die Eckpunkte zwischen Betriebsräten und Vorständen der Allianz Deutschland AG beziehungsweise ihrer wesentlichen Tochtergesellschaften,
Allianz Deutschland AG und ihre großen Tochtergesellschaften verpflichten sich, bis Ende 2009 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten,
Neufassung der regionalen Struktur in vier Vertriebs- und Dienstleistungsgebiete,
Bündelung der Vertriebsorganisation,
Verschmelzung der Sachversicherungsgesellschaften.
Langfristig erwarten wir kostenmindernde Auswirkungen durch das neue Betriebsmodell und den damit verbundenen Komplexitätsabbau. Zum 31. Dezember 2006 beliefen sich die Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen bei der Allianz Deutschland AG auf 455 Millionen Euro.(3)
Bündelung des Industrieversicherungsgeschäfts unter Allianz Global Corporate & Specialty
Im zweiten Halbjahr 2006 begannen wir mit der Zusammenführung unseres internationalen Industrie- und Spezialversicherungsgeschäfts unter dem Dach der neuen Einheit Allianz Global Corporate & Specialty AG, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Allianz SE. Auch hier schärft die Zusammenfassung den Kundenfokus, reduziert Komplexität, steigert die Effizienz und schafft weltweit einheitliche Managementstrukturen. Einbezogen wurden die ehemaligen Einheiten Allianz Global Risks Re und Allianz Marine & Aviation, ferner das Konzernkundengeschäft von Allianz Sach sowie die Aktivitäten von Allianz Risk Transfer in der Schweiz. In Zukunft werden weitere Industrie- und Spezialversicherungsaktivitäten an ausgewählten Standorten hinzukommen. Dadurch werden wir unseren Kunden noch umfassender als bisher exzellente Risikomanagementlösungen und Know-how aus einer Hand bieten können.
Restrukturierungsprogramm „Neue Dresdner Plus“
Im Berichtsjahr startete die Dresdner Bank ihr Zukunftsprogramm „Neue Dresdner Plus“, das auf ein integriertes Geschäftsmodell ausgerichtet ist. Ziel ist es dabei, die ehemals vier Unternehmensbereiche auf zwei zusammenzulegen. Ende Dezember 2006 wurde zwischen Vorstand und Gesamtbetriebsrat der Dresdner Bank AG der Interessenausgleich erzielt. Dieser sieht unter anderem den Abbau von 2 480 Arbeitsplätzen vor. Die neue Struktur tritt zum ersten Quartal 2007 in Kraft. Hier ein Überblick:
Private & Corporate Clients umschließt sämtliche Bankdienstleistungen, die vormals durch die Unternehmensbereiche Personal Banking und Private & Business Banking (inklusive Private Wealth Management) abgedeckt wurden. Außerdem wird das Geschäft mit Mittelstandskunden, ehemals Teil des Bereichs Corporate Banking, in diese Einheit integriert.
Im Investment Banking sind mit Global Banking und Capital Markets das Geschäft der vormaligen Dresdner Kleinwort Wasserstein und die übrigen Aktivitäten des Corporate Banking zusammengefasst.
Die Einheit Corporate Other umfasst Erträge und Aufwendungen, die keinem operativen Unternehmensbereich zugerechnet werden.
„Neue Dresdner Plus“ soll Beratungsdienstleistungen und Vertrieb für Privatkunden verbessern und sicherstellen, dass Firmenkunden und Institutionen umfassend aus einer Hand bedient werden. Zum Jahresende 2006 beliefen sich die Rückstellungen für Restrukturierungen bei der Dresdner Bank auf 379 Millionen Euro, nachdem im Jahr 2006 für alle Programme zusammengerechnet 422 Millionen Euro an Rekrutierungsaufwendungen angefallen sind.(3)
Reorganisation in den USA
Auch in den Vereinigten Staaten haben wir damit begonnen, unser Versicherungsgeschäft neu zu ordnen, und zwar spartenübergreifend. Die Holding Allianz of America Inc. wird gestärkt mit dem Ziel, das Kosteneinspar- und Synergiepotenzial im Vertrieb unserer operativen Tochterunternehmen besser auszuschöpfen. Die Geschäftsausrichtung auf bestimmte Regionen soll für bestmögliche Ressourceneffizienz sorgen; außerdem wollen wir Effektivität, Kundenfokus und Wendigkeit von Allianz Life und Fireman’s Fund steigern. Produktdesign, Cross-Selling, Servicevereinfachungen, ein verbessertes Liquiditätsmanagement und die Förderung einer ausgeprägten Leistungskultur sind die wichtigsten Tätigkeiten, bei denen Allianz of America ihre Tochtergesellschaften unterstützt. Wir wollen über diese Neuausrichtung die Marktstellung unserer US-Versicherer optimieren.
(1) Informationen zu Veränderungen im Konsolidierungskreis für die Jahre 2006, 2005 und 2004 finden sich auf den Seiten 145 bis 148 des PDF-Dokuments „Konzernanhang“, das Sie auf der Seite Konzernanhang herunterladen können. (2) Weitere Informationen zu den geplanten Transaktionen finden sich im Ausblick. (3) Weitere Informationen finden sich auf den Seiten 226-229 des PDF-Dokuments „Sonstige Angaben“, das auf der Seite Konzernanhang downloadbar ist.