Die nachfolgenden Fachbegriffe aus der Rechnungslegung
sollen die Interpretation dieses Geschäftsberichts
erleichtern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Begriffen
aus Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung.
Fachwörter aus den einzelnen Versicherungszweigen
werden hier nicht berücksichtigt.
Absicherungsgeschäft
Einsatz spezieller Finanzkontrakte, insbesondere derivativer
Finanzinstrumente, zur Verminderung von Verlusten,
die durch eine ungünstige Kurs- oder Preisentwicklung
entstehen können (Hedge-Geschäft).
Aktivierte Abschlusskosten
Die Kosten des Versicherungsunternehmens, die im
Zusammenhang mit dem Abschluss neuer oder der
Verlängerung bestehender Versicherungsverträge stehen.
Dazu zählen unter anderem Provisionen und anfallende
Kosten bei der Antragsbearbeitung.
Anschaffungskosten
Der zum Erwerb eines Vermögenswertes entrichtete
Betrag an Zahlungsmitteln bzw. Zahlungsmitteläquivalenten
oder der beizulegende Zeitwert einer anderen
Entgeltform zum Zeitpunkt des Erwerbs.
Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital
Anteile am Eigenkapital verbundener Unternehmen, die
nicht von Unternehmen des Konzerns gehalten werden.
Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis
Anteile am Jahresergebnis, die nicht dem Konzern, sondern
Konzernfremden, die Anteile an verbundenen
Unternehmen halten, zuzurechnen sind.
Assets Under Management
Die Summe der Kapitalanlagen, bewertet zu Zeitwerten,
die der Konzern mit Verantwortung für die Wertentwicklung
dieser Anlagen managt. Neben den konzerneigenen
Kapitalanlagen zählen hierzu die Kapitalanlagen
für Dritte.
Assoziierte Unternehmen
Bei den assoziierten Unternehmen werden alle Unternehmen,
soweit sie nicht verbundene Unternehmen oder
Gemeinschaftsunternehmen sind, mit einem
Konzernanteil von 20 % bis 50 % berücksichtigt,
unabhängig davon, ob ein maßgeblicher Einfluss tatsächlich
ausgeübt wird.
At amortized cost
Gemäß diesem Bilanzierungsgrundsatz wird der Unterschied
zwischen Anschaffungskosten und Rückzahlungsbetrag
zeit- bzw. kapitalanteilig den Anschaffungskosten
ergebniswirksam zugerechnet bzw. von diesen
abgesetzt.
Ausfallrisiko
Mögliche Gefahr, dass ein Vertragspartner bei einem
Geschäft seinen Verpflichtungen nicht nachkommen
kann und dadurch bei dem anderen Partner finanzielle
Verluste verursacht.
Beitragsüberträge
Beitragseinnahmen, die den Erträgen künftiger
Geschäftsjahre zuzuordnen sind. Die Berechnung erfolgt
für jeden Versicherungsvertrag grundsätzlich einzeln
und taggenau.
Beitragszusagen
Bei Pensionsplänen in der Form von Beitragszusagen
(defined contribution plans) werden dem Begünstigten
durch das Unternehmen fest definierte Beiträge zugesagt
und bezahlt. Das Unternehmen hat über die Zahlung der
Beiträge hinaus faktisch keine weitere Verpflichtung.
Gleichzeitig partizipiert das Unternehmen nicht am
Anlageerfolg der Beiträge.
Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere
Diese Wertpapiere (Held to Maturity) umfassen
festverzinsliche Wertpapiere, die in Daueranlageabsicht
grundsätzlich bis zur Endfälligkeit gehalten werden sollen.
Sie sind „at amortized cost” bilanziert.
Brutto/netto
In der Versicherungsterminologie bedeuten „brutto/
netto“ vor bzw. nach Abzug der Rückversicherung. Im
Kapitalanlagebereich wird der Begriff „netto“ dann verwendet,
wenn von den Erträgen die entsprechenden
Aufwendungen (z. B. Abschreibungen und Verluste aus
dem Abgang) bereits abgezogen wurden.
Combined ratio
Verhältnis von Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen
(netto) sowie Schadenaufwendungen (netto) zu
Verdiente Beiträge (netto).
Cost-income ratio
Verhältnis von operativen Aufwendungen zu operativen
Erträgen.
Coverage Ratio
Verhältnis der gesamten Risikovorsorge für das Kreditgeschäft
zu den Risikobestandteilen nach SEC Guide 3
(notleidende und potenziell notleidende Kredite).
Deckungsrückstellungen
Aus bestehenden Verträgen, vor allem in der Lebens-,
Kranken- und Unfallversicherung, ergeben sich Verpflichtungen,
für die Gelder zurückgelegt werden
müssen. Ihre Höhe wird nach versicherungsmathematischen
Grundsätzen ermittelt.
Depotforderungen/Depotverbindlichkeiten
Depotforderungen stehen dem Rückversicherer zu,
werden jedoch vom Erstversicherer als Sicherheit für
künftige Rückversicherungsleistungen einbehalten. Auf
Seiten des Erstversicherers wird dieser Posten als Depotverbindlichkeit
ausgewiesen.
Derivative Finanzinstrumente (Derivate)
Finanzkontrakte, deren Werte von der Kursentwicklung
eines zugrunde liegenden Vermögensgegenstandes
abhängen. Eine Systematisierung derivativer Finanzinstrumente
kann nach dem Bezug auf die ihnen
zugrunde liegenden Vermögensgegenstände (Zinssätze,
Aktienkurse, Wechselkurse oder Warenpreise) vorgenommen
werden. Wichtige Beispiele für derivative
Finanzinstrumente sind Optionen, Futures, Forwards
und Swaps.
Equity-Methode
Nach dieser Methode werden die Anteile an Gemeinschaftsunternehmen
sowie an assoziierten Unternehmen
bilanziert. Der Wertansatz entspricht grundsätzlich
dem konzernanteiligen Eigenkapital dieser
Unternehmen. Im Falle von Anteilen an Unternehmen,
die selbst einen Konzernabschluss aufstellen, wird
jeweils deren Konzerneigenkapital entsprechend angesetzt.
Im Rahmen der laufenden Bewertung ist dieser
Wertansatz um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen
fortzuschreiben, die anteiligen Jahresergebnisse
werden dabei dem Konzernergebnis zugerechnet.
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzaktiva
Anleihen und Aktien sowie andere Finanzinstrumente
(im Wesentlichen Derivate, Schuldscheindarlehen und
Edelmetallbestände), die ausschließlich für kurzfristige
Handelszwecke erworben wurden. Sie sind mit dem
beizulegenden Zeitwert bilanziert.
Erträge (netto) aus erfolgswirksam zum Zeitwert
bewerteten Finanzaktiva und Finanzpassiva
Die Erträge (netto) aus erfolgswirksam zum Zeitwert
bewerteten Finanzaktiva und Finanzpassiva umfassen
alle realisierten und unrealisierten Gewinne und Verluste
aus den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten
Finanzaktiva und erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten
Finanzpassiva. Darüber hinaus sind Provisionen
sowie sämtliche aus Handelsaktivitäten resultierenden
Zins- und Dividendenerträge sowie Refinanzierungskosten
hierin enthalten.
Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzpassiva
In dieser Position sind vor allem negative Marktwerte aus
Derivaten und Leerverkäufe von Wertpapieren enthalten.
Leerverkäufe werden getätigt, um aus kurzfristigen Kursschwankungen
Gewinne zu erzielen. Leerverkäufe von
Wertpapieren sind zum Marktwert am Bilanzstichtag
bilanziert. Die Bewertung der als erfolgswirksam zum
Zeitwert bewerteten Finanzpassiva ausgewiesenen Derivate
erfolgt analog der erfolgswirksam zum Zeitwert
bewerteten Finanzaktiva.
Ergebnis je Aktie (normal/verwässert)
Kennzahl, die den Konzernjahresüberschuss der durchschnittlichen
Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien
gegenüberstellt. Das verwässerte Ergebnis je Aktie
bezieht ausgeübte oder noch zur Ausübung stehende
Bezugsrechte in die Berechnung der Anzahl der Aktien
sowie in den Jahresüberschuss mit ein. Die Bezugsrechte
entstehen aus der Ausgabe von Schuldverschreibungen
für Wandlungsrechte und Optionsrechten zum Erwerb
von Anteilen.
Eventualverbindlichkeiten
Nicht bilanzierte Verbindlichkeiten mit geringerer Eintrittswahrscheinlichkeit,
z. B. Haftungsverhältnisse aus
Bürgschaftsverpflichtungen.
FAS
US-amerikanische „Financial Accounting Standards“
(Rechnungslegungsvorschriften), die Einzelheiten zu
US GAAP (Generally Accepted Accounting Principles)
festlegen.
Fondsgebundene Lebensversicherung
Die Höhe der Leistungen dieser Lebensversicherung
hängt in erster Linie von der Wertentwicklung der in
einem Fonds zusammengefassten Vermögensanlagen
ab. Der Versicherungsnehmer ist gleichermaßen am
Gewinn und am Verlust dieser Vermögensanlage beteiligt.
Fortgeführte Anschaffungskosten
Fortschreibung der historischen Anschaffungskosten
unter Berücksichtigung von Abschreibungen wegen
dauerhafter Wertminderung.
Forwards
Lieferung und Abnahme bei diesen Termingeschäften
erfolgen zu einem bei Geschäftsabschluss festgelegten
zukünftigen Termin. Der Preis der zugrunde liegenden
Vermögensgegenstände wird bei Geschäftsabschluss
bestimmt.
Funktionale Währung
Unter der funktionalen Währung versteht man die vorherrschende
Währung des wirtschaftlichen Umfeldes, in
dem das entsprechende Unternehmen seine Geschäftstätigkeit
ausübt.
Futures
Standardisierte Termingeschäfte, die an einer Börse
gehandelt werden. Üblicherweise wird zu dem vereinbarten
Termin statt einer tatsächlichen Lieferung oder
Abnahme eine Ausgleichszahlung geleistet.
Gebuchte/verdiente Beiträge
Gebuchte Beiträge sind die Beitragseinnahmen des jeweiligen
Geschäftsjahres. Die Anteile, die davon auf den Versicherungsschutz
im Geschäftsjahr entfallen, sind
verdiente Beiträge. Von den Beiträgen für Lebensversicherungsprodukte,
bei denen der Kunde das Kapitalanlagerisiko
trägt (z. B. fondsgebundene Lebensversicherung),
werden nur die zur Deckung des Risikos und der
Kosten kalkulierten Teile als Beitragseinnahmen ausgewiesen.
Gemeinschaftsunternehmen
Unternehmen, das von einem Unternehmen des Konzerns
gemeinsam mit einem oder mehreren Unternehmen
geführt wird, die nicht in den Konzernabschluss
einbezogen werden. Die Zielsetzung der gemeinsamen
Führung liegt zwischen dem maßgeblichen Einfluss
beim assoziierten Unternehmen und der Kontrolle bei
verbundenen Unternehmen.
Genussrechtskapital
Rückzahlungsbetrag der ausgegebenen Genussscheine.
Die Genussscheine der Allianz SE gewähren an den
Dividenden orientierte Ausschüttungsansprüche und
Bezugsrechte bei Kapitalerhöhungen, jedoch keine
Stimmrechte, keine Beteiligung am Liquiditätserlös und
keinen Anspruch auf Umwandlung in Aktien.
Geschäfts- oder Firmenwert
Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis der Tochterunternehmen
und deren anteiligem Eigenkapital, bewertet mit
dem Zeitwert aller Aktiv- und Passivposten zum
Zeitpunkt des Erwerbs.
Gewinnrücklagen
Enthalten neben der gesetzlichen Rücklage der Konzernobergesellschaft
im Wesentlichen die nicht ausgeschütteten
Gewinne der Konzernunternehmen und
Zuführungen aus dem Konzernjahresüberschuss.
Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklagen
Diese Position setzt sich zusammen aus dem Grundkapital,
dem Agio aus der Ausgabe von Aktien sowie Einstellungen
aus der Ausübung von Optionsrechten.
IAS
International Accounting Standards (Internationale
Rechnungslegungsgrundsätze).
IFRS
International Financial Reporting Standards (Internationale
Grundsätze zur Finanzberichterstattung). Seit 2002
gilt die Bezeichnung IFRS für das Gesamtkonzept der
vom International Accounting Standards Board verabschiedeten
Standards. Bereits verabschiedete Standards
werden weiter als International Accounting Standards
(IAS) zitiert.
IFRS Framework
Rahmenkonzept für International Financial Reporting
Standards (IFRS), das die Konzeptionen darlegt, die der
Aufstellung und der Darstellung von Jahresabschlüssen
für externe Adressaten zugrunde liegen.
Jederzeit veräußerbare Wertpapiere
Die jederzeit veräußerbaren Wertpapiere (Available for
Sale) enthalten diejenigen Wertpapiere, die weder bis zur
Endfälligkeit gehalten werden sollen noch für kurzfristige
Handelszwecke erworben wurden; diese jederzeit
veräußerbaren Wertpapiere werden mit dem Zeitwert
am Bilanzstichtag angesetzt.
Kapitalflussrechnung
Darstellung der Bewegungen von Zahlungsmitteln und
Zahlungsmitteläquivalenten während eines Geschäftsjahres
mit einer Gliederung in die drei Bereiche
- laufende Geschäftstätigkeit,
- Investitionstätigkeit,
- Finanzierungstätigkeit.
Kapitalkonsolidierung
Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem anteiligen
Eigenkapital des Tochterunternehmens.
Konzernanteil (in %)
Die Addition aller Anteile, die verbundene Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen an verbundenen
Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten
Unternehmen halten, ergeben den Konzernanteil.
Korridorverfahren
Bei leistungsorientierten Pensionsplänen (defined
benefit plans) entstehen Abweichungen zwischen der
rechnungsmäßig erwarteten und der tatsächlichen
Entwicklung des Verpflichtungsumfangs sowie des
Fondsvermögens (sog. versicherungsmathematische
Gewinne bzw. Verluste), die bei Anwendung des sog.
Korridorverfahrens nicht sofort bei Entstehen aufwandswirksam
gebucht werden. Erst wenn die aufgelaufenen
versicherungsmathematischen Gewinne bzw.
Verluste den Korridor verlassen, wird ab dem folgenden
Geschäftsjahr getilgt. Der Korridor beträgt 10 % des Barwertes
der erdienten Pensionsansprüche bzw. des Zeitwerts
des Fondsvermögens, falls dieses höher ist.
Kostenquote
Verhältnis von Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen
(netto) zu Verdiente Beiträge (netto).
Laufender Dienstzeitaufwand
Entstehender Nettoaufwand im Rahmen eines leistungsorientierten
Pensionsplans, der gegebenenfalls um die
Beiträge des Begünstigten in ein Fondsvermögen gekürzt
ist (current employer service cost).
Leistungsorientierte Pensionspläne
Bei leistungsorientierten Pensionsplänen (defined
benefit plans) wird dem Begünstigten durch das Unternehmen
oder über einen externen Versorgungsträger
eine bestimmte Leistung zugesagt; im Gegensatz zu den
Beitragszusagen (defined contribution plans) sind die
vom Unternehmen zu erbringenden Aufwendungen
nicht im Vorhinein festgelegt. Um den periodengerechten
Aufwand zu bestimmen, sind nach den
Bilanzierungsvorschriften versicherungsmathematische
Berechnungen nach festen Regeln durchzuführen.
Marktwert
Betrag, der in einem aktiven Markt bei Veräußerung einer
Finanzanlage erzielbar ist.
Nachrangige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten, die im Liquidations- oder Konkursfall
erst nach den übrigen Verbindlichkeiten erfüllt werden
dürfen.
Nicht getilgte Gewinne/Verluste
Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste,
die im Zusammenhang mit leistungsorientierten
Pensionsplänen entstehen und noch nicht in der
Rückstellung/Bilanz erfasst sind (vgl. auch Korridorverfahren).
Nicht getilgte Mehrkosten aus Planänderungen
Aus der Änderung leistungsorientierter Pensionspläne
resultierende Erhöhung des Barwerts der erdienten
Pensionsansprüche (past service cost), die in der
Rückstellung/Bilanz noch nicht berücksichtigt ist.
Optionen
Derivative Finanzinstrumente, bei denen der Käufer
berechtigt, aber nicht verpflichtet ist, den zugrunde liegenden
Vermögensgegenstand zu einem in der Zukunft
liegenden Zeitpunkt für einen vorab festgelegten Preis zu
erwerben (Kaufoption) oder zu veräußern (Verkaufsoption).
Hingegen ist der Verkäufer der Option zur
Abgabe bzw. zum Kauf des Vermögensgegenstandes
verpflichtet und erhält für die Bereitstellung des Optionsrechts
eine Prämie.
OTC-Derivate
Derivative Finanzinstrumente, die nicht standardisiert
sind und nicht an einer Börse gehandelt werden, sondern
zwischen zwei Vertragspartnern individuell (Over the
Counter = OTC) ausgehandelt werden.
Repo- und Reverse-Repo-Geschäfte
Bei einem Repo-Geschäft (echtes Pensionsgeschäft)
verkauft der Konzern Wertpapiere an einen Kontrahenten
und vereinbart gleichzeitig, diese Wertpapiere an
einem bestimmten Termin zu einem vereinbarten Kurs
zurückzukaufen. Bleibt die Kontrolle über die Wertpapiere
während der gesamten Laufzeit der Geschäfte im
Konzern erhalten, verbleiben die Wertpapiere weiterhin
in der Bilanz des Konzerns und werden nach den Rechnungslegungsvorschriften
für erfolgswirksam zum Zeitwert
bewertete Finanzaktiva respektive denen für
Finanzanlagen bewertet. Das Entgelt aus dem Verkauf ist
in der Bilanzposition „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
und Kunden“ enthalten.
Bei einem Reverse-Repo-Geschäft werden Wertpapiere
mit der gleichzeitigen Verpflichtung eines zukünftigen
Verkaufs erworben. Verbleibt die Kontrolle über die
Wertpapiere beim Pensionsgeber, erfolgt der Ausweis in
der Bilanzposition „Forderungen an Kreditinstitute und
Kunden“. Zinserträge aus Reverse-Repo- bzw. Zinsaufwendungen
aus Repo- Geschäften werden linear über die
Laufzeit abgegrenzt und unter „Zinserträge und ähnliche
Erträge“ bzw. unter „Zinsaufwendungen“ ausgewiesen.
Risikovorsorge im Kreditgeschäft
Der Gesamtbestand an Risikovorsorge setzt sich zusammen
aus der aktivisch abgesetzten Risikovorsorge für
Forderungen und der passivisch unter den Rückstellungen
ausgewiesenen Risikovorsorge für Hedge-Derivate
und andere Eventualverbindlichkeiten wie Bürgschaften,
Kreditzusagen und andere Verpflichtungen. Für
Bonitätsrisiken wird das erkennbare Risiko aus dem
Kreditgeschäft durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen
und Rückstellungen gedeckt. Ihre Höhe bemisst
sich nach der Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer
die vereinbarten Zins- und Tilgungsleistungen
erbringen wird; werthaltige Sicherheiten finden entsprechende
Berücksichtigung. Für latente Kreditrisiken
werden Pauschalwertberichtigungen gebildet, deren
Höhe auf der Basis historischer Ausfallquoten ermittelt
wird. Über die Bildung von Länderrisikovorsorge wird
dem Transferrisiko Rechnung getragen. Mit dem Transferrisiko
wird die Fähigkeit eines Landes, seine Auslandsschulden
zu bedienen, bewertet. Die Beurteilung basiert
auf einem internen Länderbewertungssystem, nach dem
Länder auf der Basis volkswirtschaftlicher Daten und
anderer Erkenntnisse einzelnen Ratingkategorien zugeordnet
werden. Sobald eine Forderung uneinbringlich
geworden ist, wird sie zu Lasten einer gegebenenfalls
bestehenden Einzelwertberichtigung oder aber direkt zu
Lasten der Gewinn- und Verlustrechnung ausgebucht.
Eingänge auf abgeschriebene Forderungen werden
erfolgswirksam in der Position „Risikovorsorge“ erfasst.
Rückstellungen für Beitragsrückerstattung
Der Teil des Überschusses, der zukünftig an Versicherungskunden
ausgeschüttet wird, und zwar aufgrund
gesetzlicher, satzungsgemäßer, vertraglicher oder
freiwilliger Verpflichtung.
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
Rückstellungen für Anwartschaften auf Pensionen und
laufende Pensionen, die für die leistungsorientierten
Pensionspläne aktiver und ehemaliger Mitarbeiter
gebildet werden. Hierunter fallen auch Rückstellungen
für Gesundheitsfürsorgeleistungen (health care benefits)
und Abfertigungszahlungen.
Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
Rückstellung für den Aufwand aus Versicherungsfällen,
die bis zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres eingetreten
sind, aber noch nicht abgewickelt werden konnten.
Rückversicherung
Ein Versicherungsunternehmen versichert einen Teil
seines Risikos bei einem anderen Versicherungsunternehmen.
Schadenfrequenz
Anzahl der Schäden im Verhältnis zur Anzahl der versicherten
Risiken.
Schadenquote
Verhältnis von Schadenaufwendungen (netto) zu Verdiente
Beiträge (netto).
Segmentberichterstattung
Darstellung des Konzernabschlusses nach Geschäftsbereichen,
(Schaden-Unfall, Leben/Kranken, Bankgeschäft,
Asset Management und Corporate) und nach
Regionen.
Steuerabgrenzung (aktive/passive)
Die Steuerabgrenzung beruht auf den zwischen Handelsund
Steuerbilanz sowie den aus der konzerneinheitlichen
Bewertung sich ergebenden temporären
Unterschiedsbeträgen. Die Berechnung der latenten
Steuern erfolgt mit den jeweiligen landesspezifischen
Steuersätzen der einbezogenen Konzernunternehmen;
am Bilanzstichtag bereits beschlossene Steueränderungen
sind berücksichtigt.
Swaps
Vereinbarungen zweier Vertragspartner über den Austausch
von Zahlungsströmen über eine bestimmte Zeitspanne.
Wichtige Beispiele sind Währungsswaps (bei
denen auf unterschiedliche Währungen lautende Zahlungsströme
und Kapitalbeträge getauscht werden) und
Zinsswaps (die den Tausch von üblicherweise fixen
gegen variable Zinszahlungen derselben Währung
vorsehen).
US GAAP
US-amerikanische „Generally Accepted Accounting Principles“
(Rechnungslegungsgrundsätze).
Unternehmenszusammenschluss
Zusammenschluss zweier separater Gesellschaften oder
Geschäftszweige zu einer Meldeeinheit
Verbriefte Verbindlichkeiten
Schuldverschreibungen und andere Verbindlichkeiten,
für die übertragbare Urkunden ausgestellt sind.
Verbundene Unternehmen
Das Mutterunternehmen (Konzernobergesellschaft) und
alle Tochterunternehmen. Tochterunternehmen sind
Unternehmen, bei denen das Mutterunternehmen
gemäß dem Control-Prinzip beherrschenden Einfluss auf
die Geschäftspolitik ausüben kann. Dies ist z. B. dann
möglich, wenn die Konzernmutter, direkt oder indirekt,
die Mehrheit der Stimmrechte hält, das Recht auf Bestellung
oder Abberufung der Mehrheit der Verwaltungs-,
Leitungs- oder Aufsichtsratsmitglieder besitzt oder wenn
vertragliche Beherrschungsrechte bestehen.
Zeitwert
Der Betrag, zu dem ein Vermögenswert zwischen
sachverständigen, vertragswilligen und voneinander
unabhängigen Geschäftspartnern getauscht werden
könnte (Fair Value).
Zur Veräußerung gehalten („held for sale“)
Ein langfristiger Vermögenswert ist als „zur Veräußerung
gehalten“ zu klassifizieren, wenn der zugehörige Buchwert
überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und
nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Ab dem
Zeitpunkt, bei dem die Kriterien für eine Klassifizierung
als „zur Veräußerung gehalten“ erfüllt sind, ist der Vermögenswert
zum niedrigeren Wert aus Buchwert und
Zeitwert abzüglich Verkaufskosten anzusetzen.