GESCHÄFTSBERICHT 2006
Insurance | Asset Management | Banking
Aktionär Unternehmen Erfolgsfaktoren Geschäftsverlauf Konzernabschluss

Fachbegriffe

Die nachfolgenden Fachbegriffe aus der Rechnungslegung sollen die Interpretation dieses Geschäftsberichts erleichtern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Begriffen aus Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung. Fachwörter aus den einzelnen Versicherungszweigen werden hier nicht berücksichtigt.

Absicherungsgeschäft

Einsatz spezieller Finanzkontrakte, insbesondere derivativer Finanzinstrumente, zur Verminderung von Verlusten, die durch eine ungünstige Kurs- oder Preisentwicklung entstehen können (Hedge-Geschäft).

Aktivierte Abschlusskosten

Die Kosten des Versicherungsunternehmens, die im Zusammenhang mit dem Abschluss neuer oder der Verlängerung bestehender Versicherungsverträge stehen. Dazu zählen unter anderem Provisionen und anfallende Kosten bei der Antragsbearbeitung.

Anschaffungskosten

Der zum Erwerb eines Vermögenswertes entrichtete Betrag an Zahlungsmitteln bzw. Zahlungsmitteläquivalenten oder der beizulegende Zeitwert einer anderen Entgeltform zum Zeitpunkt des Erwerbs.

Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital

Anteile am Eigenkapital verbundener Unternehmen, die nicht von Unternehmen des Konzerns gehalten werden.

Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis

Anteile am Jahresergebnis, die nicht dem Konzern, sondern Konzernfremden, die Anteile an verbundenen Unternehmen halten, zuzurechnen sind.

Assets Under Management

Die Summe der Kapitalanlagen, bewertet zu Zeitwerten, die der Konzern mit Verantwortung für die Wertentwicklung dieser Anlagen managt. Neben den konzerneigenen Kapitalanlagen zählen hierzu die Kapitalanlagen für Dritte.

Assoziierte Unternehmen

Bei den assoziierten Unternehmen werden alle Unternehmen, soweit sie nicht verbundene Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen sind, mit einem Konzernanteil von 20 % bis 50 % berücksichtigt, unabhängig davon, ob ein maßgeblicher Einfluss tatsächlich ausgeübt wird.

At amortized cost

Gemäß diesem Bilanzierungsgrundsatz wird der Unterschied zwischen Anschaffungskosten und Rückzahlungsbetrag zeit- bzw. kapitalanteilig den Anschaffungskosten ergebniswirksam zugerechnet bzw. von diesen abgesetzt.

Ausfallrisiko

Mögliche Gefahr, dass ein Vertragspartner bei einem Geschäft seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann und dadurch bei dem anderen Partner finanzielle Verluste verursacht.

Beitragsüberträge

Beitragseinnahmen, die den Erträgen künftiger Geschäftsjahre zuzuordnen sind. Die Berechnung erfolgt für jeden Versicherungsvertrag grundsätzlich einzeln und taggenau.

Beitragszusagen

Bei Pensionsplänen in der Form von Beitragszusagen (defined contribution plans) werden dem Begünstigten durch das Unternehmen fest definierte Beiträge zugesagt und bezahlt. Das Unternehmen hat über die Zahlung der Beiträge hinaus faktisch keine weitere Verpflichtung. Gleichzeitig partizipiert das Unternehmen nicht am Anlageerfolg der Beiträge.

Bis zur Endfälligkeit gehaltene Wertpapiere

Diese Wertpapiere (Held to Maturity) umfassen festverzinsliche Wertpapiere, die in Daueranlageabsicht grundsätzlich bis zur Endfälligkeit gehalten werden sollen. Sie sind „at amortized cost” bilanziert.

Brutto/netto

In der Versicherungsterminologie bedeuten „brutto/ netto“ vor bzw. nach Abzug der Rückversicherung. Im Kapitalanlagebereich wird der Begriff „netto“ dann verwendet, wenn von den Erträgen die entsprechenden Aufwendungen (z. B. Abschreibungen und Verluste aus dem Abgang) bereits abgezogen wurden.

Combined ratio

Verhältnis von Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) sowie Schadenaufwendungen (netto) zu Verdiente Beiträge (netto).

Cost-income ratio

Verhältnis von operativen Aufwendungen zu operativen Erträgen.

Coverage Ratio

Verhältnis der gesamten Risikovorsorge für das Kreditgeschäft zu den Risikobestandteilen nach SEC Guide 3 (notleidende und potenziell notleidende Kredite).

Deckungsrückstellungen

Aus bestehenden Verträgen, vor allem in der Lebens-, Kranken- und Unfallversicherung, ergeben sich Verpflichtungen, für die Gelder zurückgelegt werden müssen. Ihre Höhe wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt.

Depotforderungen/Depotverbindlichkeiten

Depotforderungen stehen dem Rückversicherer zu, werden jedoch vom Erstversicherer als Sicherheit für künftige Rückversicherungsleistungen einbehalten. Auf Seiten des Erstversicherers wird dieser Posten als Depotverbindlichkeit ausgewiesen.

Derivative Finanzinstrumente (Derivate)

Finanzkontrakte, deren Werte von der Kursentwicklung eines zugrunde liegenden Vermögensgegenstandes abhängen. Eine Systematisierung derivativer Finanzinstrumente kann nach dem Bezug auf die ihnen zugrunde liegenden Vermögensgegenstände (Zinssätze, Aktienkurse, Wechselkurse oder Warenpreise) vorgenommen werden. Wichtige Beispiele für derivative Finanzinstrumente sind Optionen, Futures, Forwards und Swaps.

Equity-Methode

Nach dieser Methode werden die Anteile an Gemeinschaftsunternehmen sowie an assoziierten Unternehmen bilanziert. Der Wertansatz entspricht grundsätzlich dem konzernanteiligen Eigenkapital dieser Unternehmen. Im Falle von Anteilen an Unternehmen, die selbst einen Konzernabschluss aufstellen, wird jeweils deren Konzerneigenkapital entsprechend angesetzt. Im Rahmen der laufenden Bewertung ist dieser Wertansatz um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen fortzuschreiben, die anteiligen Jahresergebnisse werden dabei dem Konzernergebnis zugerechnet.

Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzaktiva

Anleihen und Aktien sowie andere Finanzinstrumente (im Wesentlichen Derivate, Schuldscheindarlehen und Edelmetallbestände), die ausschließlich für kurzfristige Handelszwecke erworben wurden. Sie sind mit dem beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Erträge (netto) aus erfolgswirksam zum Zeitwert

bewerteten Finanzaktiva und Finanzpassiva Die Erträge (netto) aus erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzaktiva und Finanzpassiva umfassen alle realisierten und unrealisierten Gewinne und Verluste aus den erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzaktiva und erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzpassiva. Darüber hinaus sind Provisionen sowie sämtliche aus Handelsaktivitäten resultierenden Zins- und Dividendenerträge sowie Refinanzierungskosten hierin enthalten.

Erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzpassiva

In dieser Position sind vor allem negative Marktwerte aus Derivaten und Leerverkäufe von Wertpapieren enthalten. Leerverkäufe werden getätigt, um aus kurzfristigen Kursschwankungen Gewinne zu erzielen. Leerverkäufe von Wertpapieren sind zum Marktwert am Bilanzstichtag bilanziert. Die Bewertung der als erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzpassiva ausgewiesenen Derivate erfolgt analog der erfolgswirksam zum Zeitwert bewerteten Finanzaktiva.

Ergebnis je Aktie (normal/verwässert)

Kennzahl, die den Konzernjahresüberschuss der durchschnittlichen Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien gegenüberstellt. Das verwässerte Ergebnis je Aktie bezieht ausgeübte oder noch zur Ausübung stehende Bezugsrechte in die Berechnung der Anzahl der Aktien sowie in den Jahresüberschuss mit ein. Die Bezugsrechte entstehen aus der Ausgabe von Schuldverschreibungen für Wandlungsrechte und Optionsrechten zum Erwerb von Anteilen.

Eventualverbindlichkeiten

Nicht bilanzierte Verbindlichkeiten mit geringerer Eintrittswahrscheinlichkeit, z. B. Haftungsverhältnisse aus Bürgschaftsverpflichtungen.

FAS

US-amerikanische „Financial Accounting Standards“ (Rechnungslegungsvorschriften), die Einzelheiten zu US GAAP (Generally Accepted Accounting Principles) festlegen.

Fondsgebundene Lebensversicherung

Die Höhe der Leistungen dieser Lebensversicherung hängt in erster Linie von der Wertentwicklung der in einem Fonds zusammengefassten Vermögensanlagen ab. Der Versicherungsnehmer ist gleichermaßen am Gewinn und am Verlust dieser Vermögensanlage beteiligt.

Fortgeführte Anschaffungskosten

Fortschreibung der historischen Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Abschreibungen wegen dauerhafter Wertminderung.

Forwards

Lieferung und Abnahme bei diesen Termingeschäften erfolgen zu einem bei Geschäftsabschluss festgelegten zukünftigen Termin. Der Preis der zugrunde liegenden Vermögensgegenstände wird bei Geschäftsabschluss bestimmt.

Funktionale Währung

Unter der funktionalen Währung versteht man die vorherrschende Währung des wirtschaftlichen Umfeldes, in dem das entsprechende Unternehmen seine Geschäftstätigkeit ausübt.

Futures

Standardisierte Termingeschäfte, die an einer Börse gehandelt werden. Üblicherweise wird zu dem vereinbarten Termin statt einer tatsächlichen Lieferung oder Abnahme eine Ausgleichszahlung geleistet.

Gebuchte/verdiente Beiträge

Gebuchte Beiträge sind die Beitragseinnahmen des jeweiligen Geschäftsjahres. Die Anteile, die davon auf den Versicherungsschutz im Geschäftsjahr entfallen, sind verdiente Beiträge. Von den Beiträgen für Lebensversicherungsprodukte, bei denen der Kunde das Kapitalanlagerisiko trägt (z. B. fondsgebundene Lebensversicherung), werden nur die zur Deckung des Risikos und der Kosten kalkulierten Teile als Beitragseinnahmen ausgewiesen.

Gemeinschaftsunternehmen

Unternehmen, das von einem Unternehmen des Konzerns gemeinsam mit einem oder mehreren Unternehmen geführt wird, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden. Die Zielsetzung der gemeinsamen Führung liegt zwischen dem maßgeblichen Einfluss beim assoziierten Unternehmen und der Kontrolle bei verbundenen Unternehmen.

Genussrechtskapital

Rückzahlungsbetrag der ausgegebenen Genussscheine. Die Genussscheine der Allianz SE gewähren an den Dividenden orientierte Ausschüttungsansprüche und Bezugsrechte bei Kapitalerhöhungen, jedoch keine Stimmrechte, keine Beteiligung am Liquiditätserlös und keinen Anspruch auf Umwandlung in Aktien.

Geschäfts- oder Firmenwert

Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis der Tochterunternehmen und deren anteiligem Eigenkapital, bewertet mit dem Zeitwert aller Aktiv- und Passivposten zum Zeitpunkt des Erwerbs.

Gewinnrücklagen

Enthalten neben der gesetzlichen Rücklage der Konzernobergesellschaft im Wesentlichen die nicht ausgeschütteten Gewinne der Konzernunternehmen und Zuführungen aus dem Konzernjahresüberschuss.

Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklagen

Diese Position setzt sich zusammen aus dem Grundkapital, dem Agio aus der Ausgabe von Aktien sowie Einstellungen aus der Ausübung von Optionsrechten.

IAS

International Accounting Standards (Internationale Rechnungslegungsgrundsätze).

IFRS

International Financial Reporting Standards (Internationale Grundsätze zur Finanzberichterstattung). Seit 2002 gilt die Bezeichnung IFRS für das Gesamtkonzept der vom International Accounting Standards Board verabschiedeten Standards. Bereits verabschiedete Standards werden weiter als International Accounting Standards (IAS) zitiert.

IFRS Framework

Rahmenkonzept für International Financial Reporting Standards (IFRS), das die Konzeptionen darlegt, die der Aufstellung und der Darstellung von Jahresabschlüssen für externe Adressaten zugrunde liegen.

Jederzeit veräußerbare Wertpapiere

Die jederzeit veräußerbaren Wertpapiere (Available for Sale) enthalten diejenigen Wertpapiere, die weder bis zur Endfälligkeit gehalten werden sollen noch für kurzfristige Handelszwecke erworben wurden; diese jederzeit veräußerbaren Wertpapiere werden mit dem Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Kapitalflussrechnung

Darstellung der Bewegungen von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten während eines Geschäftsjahres mit einer Gliederung in die drei Bereiche

Kapitalkonsolidierung

Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem anteiligen Eigenkapital des Tochterunternehmens.

Konzernanteil (in %)

Die Addition aller Anteile, die verbundene Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen an verbundenen Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen halten, ergeben den Konzernanteil.

Korridorverfahren

Bei leistungsorientierten Pensionsplänen (defined benefit plans) entstehen Abweichungen zwischen der rechnungsmäßig erwarteten und der tatsächlichen Entwicklung des Verpflichtungsumfangs sowie des Fondsvermögens (sog. versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste), die bei Anwendung des sog. Korridorverfahrens nicht sofort bei Entstehen aufwandswirksam gebucht werden. Erst wenn die aufgelaufenen versicherungsmathematischen Gewinne bzw. Verluste den Korridor verlassen, wird ab dem folgenden Geschäftsjahr getilgt. Der Korridor beträgt 10 % des Barwertes der erdienten Pensionsansprüche bzw. des Zeitwerts des Fondsvermögens, falls dieses höher ist.

Kostenquote

Verhältnis von Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen (netto) zu Verdiente Beiträge (netto).

Laufender Dienstzeitaufwand

Entstehender Nettoaufwand im Rahmen eines leistungsorientierten Pensionsplans, der gegebenenfalls um die Beiträge des Begünstigten in ein Fondsvermögen gekürzt ist (current employer service cost).

Leistungsorientierte Pensionspläne

Bei leistungsorientierten Pensionsplänen (defined benefit plans) wird dem Begünstigten durch das Unternehmen oder über einen externen Versorgungsträger eine bestimmte Leistung zugesagt; im Gegensatz zu den Beitragszusagen (defined contribution plans) sind die vom Unternehmen zu erbringenden Aufwendungen nicht im Vorhinein festgelegt. Um den periodengerechten Aufwand zu bestimmen, sind nach den Bilanzierungsvorschriften versicherungsmathematische Berechnungen nach festen Regeln durchzuführen.

Marktwert

Betrag, der in einem aktiven Markt bei Veräußerung einer Finanzanlage erzielbar ist.

Nachrangige Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten, die im Liquidations- oder Konkursfall erst nach den übrigen Verbindlichkeiten erfüllt werden dürfen.

Nicht getilgte Gewinne/Verluste

Versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste, die im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionsplänen entstehen und noch nicht in der Rückstellung/Bilanz erfasst sind (vgl. auch Korridorverfahren).

Nicht getilgte Mehrkosten aus Planänderungen

Aus der Änderung leistungsorientierter Pensionspläne resultierende Erhöhung des Barwerts der erdienten Pensionsansprüche (past service cost), die in der Rückstellung/Bilanz noch nicht berücksichtigt ist.

Optionen

Derivative Finanzinstrumente, bei denen der Käufer berechtigt, aber nicht verpflichtet ist, den zugrunde liegenden Vermögensgegenstand zu einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt für einen vorab festgelegten Preis zu erwerben (Kaufoption) oder zu veräußern (Verkaufsoption). Hingegen ist der Verkäufer der Option zur Abgabe bzw. zum Kauf des Vermögensgegenstandes verpflichtet und erhält für die Bereitstellung des Optionsrechts eine Prämie.

OTC-Derivate

Derivative Finanzinstrumente, die nicht standardisiert sind und nicht an einer Börse gehandelt werden, sondern zwischen zwei Vertragspartnern individuell (Over the Counter = OTC) ausgehandelt werden.

Repo- und Reverse-Repo-Geschäfte

Bei einem Repo-Geschäft (echtes Pensionsgeschäft) verkauft der Konzern Wertpapiere an einen Kontrahenten und vereinbart gleichzeitig, diese Wertpapiere an einem bestimmten Termin zu einem vereinbarten Kurs zurückzukaufen. Bleibt die Kontrolle über die Wertpapiere während der gesamten Laufzeit der Geschäfte im Konzern erhalten, verbleiben die Wertpapiere weiterhin in der Bilanz des Konzerns und werden nach den Rechnungslegungsvorschriften für erfolgswirksam zum Zeitwert bewertete Finanzaktiva respektive denen für Finanzanlagen bewertet. Das Entgelt aus dem Verkauf ist in der Bilanzposition „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden“ enthalten. Bei einem Reverse-Repo-Geschäft werden Wertpapiere mit der gleichzeitigen Verpflichtung eines zukünftigen Verkaufs erworben. Verbleibt die Kontrolle über die Wertpapiere beim Pensionsgeber, erfolgt der Ausweis in der Bilanzposition „Forderungen an Kreditinstitute und Kunden“. Zinserträge aus Reverse-Repo- bzw. Zinsaufwendungen aus Repo- Geschäften werden linear über die Laufzeit abgegrenzt und unter „Zinserträge und ähnliche Erträge“ bzw. unter „Zinsaufwendungen“ ausgewiesen.

Risikovorsorge im Kreditgeschäft

Der Gesamtbestand an Risikovorsorge setzt sich zusammen aus der aktivisch abgesetzten Risikovorsorge für Forderungen und der passivisch unter den Rückstellungen ausgewiesenen Risikovorsorge für Hedge-Derivate und andere Eventualverbindlichkeiten wie Bürgschaften, Kreditzusagen und andere Verpflichtungen. Für Bonitätsrisiken wird das erkennbare Risiko aus dem Kreditgeschäft durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen und Rückstellungen gedeckt. Ihre Höhe bemisst sich nach der Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer die vereinbarten Zins- und Tilgungsleistungen erbringen wird; werthaltige Sicherheiten finden entsprechende Berücksichtigung. Für latente Kreditrisiken werden Pauschalwertberichtigungen gebildet, deren Höhe auf der Basis historischer Ausfallquoten ermittelt wird. Über die Bildung von Länderrisikovorsorge wird dem Transferrisiko Rechnung getragen. Mit dem Transferrisiko wird die Fähigkeit eines Landes, seine Auslandsschulden zu bedienen, bewertet. Die Beurteilung basiert auf einem internen Länderbewertungssystem, nach dem Länder auf der Basis volkswirtschaftlicher Daten und anderer Erkenntnisse einzelnen Ratingkategorien zugeordnet werden. Sobald eine Forderung uneinbringlich geworden ist, wird sie zu Lasten einer gegebenenfalls bestehenden Einzelwertberichtigung oder aber direkt zu Lasten der Gewinn- und Verlustrechnung ausgebucht. Eingänge auf abgeschriebene Forderungen werden erfolgswirksam in der Position „Risikovorsorge“ erfasst.

Rückstellungen für Beitragsrückerstattung

Der Teil des Überschusses, der zukünftig an Versicherungskunden ausgeschüttet wird, und zwar aufgrund gesetzlicher, satzungsgemäßer, vertraglicher oder freiwilliger Verpflichtung.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Anwartschaften auf Pensionen und laufende Pensionen, die für die leistungsorientierten Pensionspläne aktiver und ehemaliger Mitarbeiter gebildet werden. Hierunter fallen auch Rückstellungen für Gesundheitsfürsorgeleistungen (health care benefits) und Abfertigungszahlungen.

Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Rückstellung für den Aufwand aus Versicherungsfällen, die bis zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres eingetreten sind, aber noch nicht abgewickelt werden konnten.

Rückversicherung

Ein Versicherungsunternehmen versichert einen Teil seines Risikos bei einem anderen Versicherungsunternehmen.

Schadenfrequenz

Anzahl der Schäden im Verhältnis zur Anzahl der versicherten Risiken.

Schadenquote

Verhältnis von Schadenaufwendungen (netto) zu Verdiente Beiträge (netto).

Segmentberichterstattung

Darstellung des Konzernabschlusses nach Geschäftsbereichen, (Schaden-Unfall, Leben/Kranken, Bankgeschäft, Asset Management und Corporate) und nach Regionen.

Steuerabgrenzung (aktive/passive)

Die Steuerabgrenzung beruht auf den zwischen Handelsund Steuerbilanz sowie den aus der konzerneinheitlichen Bewertung sich ergebenden temporären Unterschiedsbeträgen. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt mit den jeweiligen landesspezifischen Steuersätzen der einbezogenen Konzernunternehmen; am Bilanzstichtag bereits beschlossene Steueränderungen sind berücksichtigt.

Swaps

Vereinbarungen zweier Vertragspartner über den Austausch von Zahlungsströmen über eine bestimmte Zeitspanne. Wichtige Beispiele sind Währungsswaps (bei denen auf unterschiedliche Währungen lautende Zahlungsströme und Kapitalbeträge getauscht werden) und Zinsswaps (die den Tausch von üblicherweise fixen gegen variable Zinszahlungen derselben Währung vorsehen).

US GAAP

US-amerikanische „Generally Accepted Accounting Principles“ (Rechnungslegungsgrundsätze).

Unternehmenszusammenschluss

Zusammenschluss zweier separater Gesellschaften oder Geschäftszweige zu einer Meldeeinheit

Verbriefte Verbindlichkeiten

Schuldverschreibungen und andere Verbindlichkeiten, für die übertragbare Urkunden ausgestellt sind.

Verbundene Unternehmen

Das Mutterunternehmen (Konzernobergesellschaft) und alle Tochterunternehmen. Tochterunternehmen sind Unternehmen, bei denen das Mutterunternehmen gemäß dem Control-Prinzip beherrschenden Einfluss auf die Geschäftspolitik ausüben kann. Dies ist z. B. dann möglich, wenn die Konzernmutter, direkt oder indirekt, die Mehrheit der Stimmrechte hält, das Recht auf Bestellung oder Abberufung der Mehrheit der Verwaltungs-, Leitungs- oder Aufsichtsratsmitglieder besitzt oder wenn vertragliche Beherrschungsrechte bestehen.

Zeitwert

Der Betrag, zu dem ein Vermögenswert zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern getauscht werden könnte (Fair Value).

Zur Veräußerung gehalten („held for sale“)

Ein langfristiger Vermögenswert ist als „zur Veräußerung gehalten“ zu klassifizieren, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Ab dem Zeitpunkt, bei dem die Kriterien für eine Klassifizierung als „zur Veräußerung gehalten“ erfüllt sind, ist der Vermögenswert zum niedrigeren Wert aus Buchwert und Zeitwert abzüglich Verkaufskosten anzusetzen.