Wir planen, unser Risikomanagement und die dafür benötigten Systeme 2008 weiter auszubauen. Insbesondere sind wir bestrebt, unsere Überwachungssysteme für das Konzentrationsrisiko laufend zu verbessern, vor allem diejenigen, die sich auf Natur- und sonstige Katastrophen beziehen. Darüber hinaus verfeinern wir unsere Modelle für das Katastrophenrisiko und bauen sie aus.
Im Vorjahr haben wir damit begonnen, die bestehende technische Infrastruktur zur Risikomessung auf Gruppenebene durch eine bestmöglich integrierte technische Plattform zu ersetzen. Diese Plattform wird, sobald sie voll funktionsfähig ist, effiziente und überprüfbare Prozesse unterstützen und erweiterte Kapazitäten bieten, mit denen die Risiken des Konzerns auf allen Ebenen analysiert, zusammengefasst und gesteuert werden können.
Anfang 2008 führten wir in der Lebens- und Krankenversicherung unser erweitertes internes Risikokapitalmodell ein, über das vierteljährlich der Risikostand und risikobezogene EVA-Leistungen gemessen werden können. Das erweiterte Modell ist Teil eines integrierten Konzepts, das sich ebenfalls mit der Berechnung des Market Consistent Embedded Value (MCEV) befasst. Dieser stellt wirtschaftlich den Barwert aller künftigen Aktionärsgewinne im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft dar. Diese Modelländerung zum 1. Januar 2008 wird bewirken, dass das in der Gesamtgruppe diversifizierte interne Riskokapital in der Lebens- und Krankenversicherung voraussichtlich um rund 2,2 Milliarden Euro steigt.
2007 überprüften wir, ob der Faktor noch adäquat ist, der gewählt wurde, um den Standardansatz der Rating-Agentur Standard & Poor's in unser Risikomodell einzubetten und internes Geschäftsrisikokapital für das Asset Management abzuleiten. Beginnend mit 2008 werden wir diesen Faktor weniger konservativ festlegen, damit dieser den Risikokapitalbedarf für dieses Segment besser widerspiegelt.
Solvency II ist ein umfangreiches, auf viele Jahre angelegtes europäisches Projekt, dessen Ergebnisse, so die allgemeine Einschätzung, die Versicherungsbranche wesentlich verändern wird. Deshalb nimmt die Allianz aktiv an diesem Prozess teil. Wir geben laufend unsere Rückmeldungen zu den Vorschlägen und Analysen des Committee of European Insurance and Occupational Pensions Supervisors (CEIOPS) und der EU-Kommission. Des Weiteren nehmen wir an den Quantitative Impact Studies teil und vermitteln technische Hilfe, zum Beispiel über das Chief Risk Officer Forum, das sich aus den Chief Risk Officers der größten europäischen Versicherungsgesellschaften und Finanzkonglomerate zusammensetzt. Unser Ziel ist es, das interne Risikokapitalmodell und unsere Risikomanagementpraktiken frühzeitig an die zu erwartenden internen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen anzupassen. Fortlaufend überprüfen wir, ob unser Risikomanagement noch der jüngsten Entwicklung entspricht, wissend, dass die neuen Standards noch im Fluss sind.