GESCHÄFTSBERICHT 2007
Insurance | Asset Management | Banking
Aktionär Unternehmen Erfolgsfaktoren Geschäftsverlauf Konzernabschluss

Kreditrisiko

Forderungen gegenüber Rückversicherern nach Ratingklassen zum 31. Dezember 2007<br />in Mrd €
Forderungen gegenüber Rückversicherern nach Ratingklassen zum 31. Dezember 2007

Festverzinsliche Kapitalanlagen nach Ratingklassen zum 31. Dezember 2007<br />Zeitwerte in Mrd €
Festverzinsliche Kapitalanlagen nach Ratingklassen zum 31. Dezember 2007

Kreditprofil für das geratete Portfolio der Dresdner Bank zum 31. Dezember 2007<br />in %
Kreditprofil für das geratete Portfolio der Dresdner Bank zum 31. Dezember 2007

In diese Kategorie fallen die Forderungen gegenüber verschiedenen Schuldnern wie Kreditnehmern, Kontrahenten, Emittenten, Bürgen und Versicherern. Verluste können sich aus folgenden Ereignissen ergeben:


Unser Schuldnerkreditrisikomanagement ist vergleichbar mit demjenigen, das in unserer Branche weit verbreitet ist. Es stützt sich auf interne Ratings, die Restschuld bei Ausfall (exposure at default, kurz EAD) und die Verlusthöhe bei Eintritt des Ausfallereignisses nach Verwertung der Sicherheiten (loss given default, kurz LGD), wobei alle Schätzungen auf statistischen Analysen und Fachgutachten beruhen. Auch unsere Aggregationsmethode ist mit dem in der Branche weit verbreiteten Konzept des "Strukturmodells" vergleichbar. Dieses Modell unterstellt den Ausfall eines Kontrahenten, wenn der Wert seines Gesamtvermögens niedriger ist als seine Gesamtverbindlichkeiten. Da Vermögenswertänderungen einer Gesellschaft festlegen, ob diese als Schuldner ausfällt oder von einer Kreditklasse in eine andere eingestuft wird, bestimmt der Zusammenhang zwischen den Vermögenswerten verschiedener Gesellschaften die Korrelation zwischen den Ausfällen und den Neuklassifizierungen der Firmen. Die Schätzung dieser Parameter erlaubt es uns, das Kreditrisiko auf individuelle Schuldner zu verteilen. Dabei wenden wir Monte-Carlo-Simulationen an. So erhalten wir das Verlustprofil eines bestimmten Portfolios; das heißt, wir kennen die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Verluste. Das Verlustprofil ist die Grundlage unseres internen Kreditrisikokapitalmodells.

Wir überwachen und steuern unsere Kreditrisiken mit einem gruppenweit gültigen Limitsystem, das sich auf Daten stützt, die unsere Kreditrisiken zusammenführen, beispielsweise Kreditversicherung, Kreditvergabe, Rückversicherungsforderungen und Festzinsanlagen. Auf dieser Grundlage legen wir Risikolimite für einzelne Kontrahenten fest und überwachen sie gruppenweit.


Zugewiesenes internes Kreditrisikokapital nach Geschäftssegment und Risikoherkunft (Gesamtportfolio vor Minderheitsbeteiligungen)

Nichtdiversifiziert Gruppendiversifiziert
Zum 31. Dezember 2007
Mio €
2006
Mio €
2007
Mio €
2006
Mio €
Gruppe insgesamt 7 983 8 005 5 701 5 767
Prozent vom gesamten internen Risikokapital für die Gruppe 11% 11% 17% 16%
         
Anlage 5 839 5 949 4 128 4 307
Rückversicherung 2 144 2 056 1 573 1 460
Schaden- und Unfallversicherung 2 779 2 583 2 016 1 844
Anlage 832 719 588 521
Rückversicherung 1 947 1 864 1 428 1 323
Lebens- und Krankenversicherung 936 949 668 685
Anlage 739 757 523 548
Rückversicherung 197 192 145 137
Bankgeschäft 4 216 4 470 2 981 3 236
Asset Management1) 0 0 0 0
Corporate 52 3 36 2

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1)
Der interne Risikokapitalbedarf des Asset Management spiegelt lediglich das Geschäftsrisiko wider (für weitere Informationen siehe auch "Interner Risikokapitalrahmen – Umfang").



Trotz der insgesamt angespannten weltweiten Kreditsituation im zweiten Halbjahr 2007 war unser internes Kreditrisikokapital 2007 im Vergleich zum Vorjahr recht stabil, was vornehmlich darauf zurückzuführen ist, dass wir das Risiko verringerten, etwa über die Auflösung eines Nicht-Investment-Grade-Commercial-Paper-Portfolios der Dresdner Bank Anfang 2007.

Schaden- und Unfall-, Lebens- und Krankenversicherung sowie Corporate

Das Kreditrisiko der Schaden- und Unfall- sowie der Lebens-und Krankenversicherung besteht aus dem Kreditrisiko im Zusammenhang mit Rückversicherungskontrakten und dem Kreditrisiko von Emittenten- und Kontrahentenrisiken, die aus unserem Kapitalanlagegeschäft entstehen. Es wird allerdings in beiden Fällen dieselbe Methode für die Risikomessung angewandt. Für das Segment Corporate berücksichtigt unser internes Risikokapitalmodell nur das Kapitalanlagerisiko, weil Rückversicherungsaktivitäten in der Regel der Schaden- und Unfallversicherung zugeordnet werden.

Rückversicherungsrisiko
Das Rückversicherungsrisiko erfasst auch das Prämienrisiko, dem unser Kreditversicherer Euler Hermes aufgrund seines Geschäftsmodells ausgesetzt ist, weil diese Art von Risiko eine spezielle Form von Kreditrisiko darstellt. Zum 31. Dezember 2007 umfasste es rund 61 Prozent des gesamten nichtdiversifizierten internen Risikokapitals, das auf Kreditrisiken im Rückversicherungsgeschäft entfällt.

Die Allianz Gruppe begrenzt ihre Haftung aus dem Versicherungsgeschäft, indem sie einen Teil der übernommenen Risiken an den internationalen Rückversicherungsmarkt weitergibt. Bei der Auswahl unserer Rückversicherungspartner kommen für uns ausschließlich Unternehmen mit hoher Kreditwürdigkeit in Betracht. Wir können ferner Akkreditive, Bareinlagen oder andere finanzielle Maßnahmen fordern, um unser Kreditrisiko weiter zu senken. Um das jeweilige Kreditrisiko zu steuern, erfassen wir gruppenweit Daten über potenzielle und tatsächliche Forderungen im Fall von Rückversicherungsverlusten. Zum 31. Dezember 2007 entfielen 77 Prozent der Rückversicherungsforderungen der Allianz Gruppe auf Rückversicherer, die von Standard & Poor's zumindest ein "A"-Rating erhalten haben. Die Forderungen an Rückversicherer, die nicht geratet sind, machten 23 Prozent (Jahresultimo 2007) der gesamten Rückversicherungsforderungen aus. Damit verringerte sich dieser Anteil gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent. Zu dieser Kategorie zählten Engagements bei Brokern, bei Unternehmen in der Abwicklung, bei nichtgerateten Pools und bei Unternehmen, die nur durch A.M. Best geratet sind.

Zum 31. Dezember 2007 wurden 13 Prozent des gesamten nichtdiversifizierten internen Risikokapitals, das auf Kreditrisiken im Rückversicherungsgeschäft entfällt, unseren operativen Einheiten in den USA zugeordnet.

Kapitalanlagerisiko
Zum 31. Dezember 2007 trugen unsere US-Gesellschaften 20 Prozent zum nichtdiversifizierten internen Risikokapital bei, das auf die Kapitalanlagerisiken in der Schaden- und Unfall-, der Lebens- und Krankenversicherung sowie im Segment Corporate entfällt.

Wir begrenzen das Kreditrisiko unserer Festzinsanlagen dadurch, dass wir hohe Anforderungen an die Kreditwürdigkeit unserer Emittenten stellen, unsere Kapitalanlagen diversifizieren und Limite für Kreditkonzentrationen einrichten. Die Einhaltung dieser Maßnahmen wird monatlich überwacht. Dazu werden unsere Engagements bei einzelnen Schuldnern geschäftssegment- und anlagekategorienübergreifend konsolidiert und geprüft. Zum 31. Dezember 2007 verfügten rund 95 Prozent der Festzinsanlagen unserer Versicherungsgesellschaften über ein Investment Grade Rating, und rund 90 Prozent dieser Kapitalanlagen waren auf Schuldner mit zumindest einem "A"-Rating von Standard & Poor's verteilt.

Zusätzlich zu diesen Festzinsanlagen verfügt die Allianz Gruppe in Deutschland und den USA über nicht handelbare Hypothekenportfolios. Nach unserer internen Bewertung wiesen 98 Prozent der deutschen Hypothekenportfolioschuldner zum Jahresultimo 2007 ein Investment Grade Rating auf, das mindestens der Note "A" bei Standard & Poor's entspricht. Die US-amerikanischen gewerblichen Hypothekenanlagen werden im Einzelnen dahingehend überprüft, ob sie unseren konservativen Risikoübernahmerichtlinien entsprechen und Kreditwürdigkeit gegeben ist. Seit 1994 gab es keine überfälligen oder zwangsvollstreckten nicht handelbaren gewerblichen Hypothekendarlehen mehr. Deshalb wird das Portfolio als ein Portfolio von Anlagequalität (Investment Grade) betrachtet. Die US-amerikanischen Versicherungsgesellschaften der Allianz sind mit weniger als 2 Millionen US-Dollar im Hypothekengeschäft mit Wohnimmobilien engagiert.

Bankgeschäft

Zum 31. Dezember 2007 hielt die Dresdner Bank etwa die Hälfte (51 Prozent) des gesamten nichtdiversifizierten internen Kreditrisikokapitals des Konzerns. Im Bankgeschäft besteht das Kreditrisiko aus Ausfall- und Migrationsrisiken im Zusammenhang mit Verleih- und Wertpapiergeschäften sowie unserem Derivatehandel. Im Derivatehandel wird auch das Abwicklungsrisiko berücksichtigt. Das Länder- und Transferrisiko gehört ebenfalls zum Kreditrisiko.


Das maßgebliche Element im Genehmigungs-, Überwachungs- und Steuerungsprozess des Kreditgeschäfts ist die Bonitätsbeurteilung (Rating) unserer Kunden. Deren Kreditwürdigkeit stellen wir durch 16 Rating-Klassen dar. Jede dieser Klassen hat eine bestimmte durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit. Die Klassen I bis VI entsprechen dem "Investment Grade", die Klassen VII bis XIV dem "Nicht-Investment Grade". Die Rating-Klassen XV und XVI sind Ausfallklassen gemäß Basel-II-Definition. Das verwendete Rating-Verfahren wird regelmäßig bewertet und fortlaufend verbessert.

Das gesamte Kreditrisikoengagement der Dresdner Bank in Höhe von 299 Milliarden Euro umfasst Limitzusagen aus dem Darlehensgeschäft und Marktwerte von Handelspositionen. Bei Derivaten gehen in die Marktwerte der positive Wiederbeschaffungswert zuzüglich risikobasierter Zuschläge ein; dadurch sollen mögliche künftige Änderungen der Marktpreise aufgefangen werden. Zum 31. Dezember 2007 entsprachen 74,6 (77,1) Prozent des gesamten Dresdner-Bank-Kreditengagements den Rating-Klassen I bis VI.


Trotz schwieriger Marktbedingungen insbesondere im zweiten Halbjahr blieben Darlehensvolumen und -qualität stabil. Eine Verbesserung im Kreditvergabeprozess sowie die fortgesetzte wertorientierte Wachstumsstrategie waren hierbei entscheidend für die stabile Geschäftsentwicklung. Zum 31. Dezember 2007 entfielen rund 68 (68) Prozent der Dresdner-Bank-Kredite (gemessen an den Limitzusagen) auf Investment-Grade-Schuldner.

Dass die Qualität unseres Kreditportfolios gut ist, zeigt sich auch am Umfang potenzieller und tatsächlicher Problemkredite (gemessen an der Nutzung) zum Jahresultimo. Dieser Wert sank 2007 auf 1,8 (2,0) Milliarden Euro.

Asset Management

Im Zuge des Investmentprozesses bewerten unsere Asset-Management-Gesellschaften die Kreditrisiken, die auf ihre Kundenportfolios einwirken. Obwohl Asset Management nicht im Kreditgeschäft engagiert ist, können unter bestimmten Umständen Kontrahentenrisiken entstehen, beispielsweise bei "Over the Counter" (OTC)-Geschäften in Verbindung mit Maklern. Unsere Fondsgesellschaften bewerten die Kreditwürdigkeit ihrer Kontrahenten und legen für jeden einzelnen nach objektiven Kriterien Limits fest.