GESCHÄFTSBERICHT 2007
Insurance | Asset Management | Banking
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Versicherungstechnische Risiken

Versicherungstechnische Risiken setzen sich in erster Linie aus Prämien- und Reserverisiken (Schaden- und Unfallversicherung) sowie aus biometrischen Risiken (Lebens- und Krankenversicherung) zusammen. Im Bankgeschäft und im Asset Management sind versicherungstechnische Risiken unerheblich. Das Segment Corporate bietet einige Garantien, durch die geringfügige Teile des versicherungstechnischen Risikos der lokalen Gesellschaften auf dieses Segment übertragen werden. Das Risiko wird jedoch in der Regel durch interne Rückversicherung weitergereicht und der Schaden- und Unfallversicherung zugewiesen.


Zugewiesenes internes versicherungstechnisches Risikokapital nach Geschäftssegment und Risikoherkunft1) (Gesamtportfolio vor Minderheitsbeteiligungen)

Nichtdiversifiziert Gruppendiversifiziert
Zum 31. Dezember 2007
Mio €
2006
Mio €
2007
Mio €
2006
Mio €
Gruppe insgesamt 23 038 21 928 6 521 5 846
Prozent vom gesamten internen Risikokapital für die Gruppe 32% 29% 20% 16%
         
Prämie CAT 5 780 5 261 1 077 831
Prämie nicht-CAT 8 284 8 315 3 249 3 172
Reserve 8 037 7 485 2 170 1 823
Biometrie 937 867 25 20
Schaden- und Unfallversicherung 21 705 20 981 6 389 5 807
Lebens- und Krankenversicherung 950 947 29 39
Corporate2) 383 0 103 0

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1)
Da die Risiken anhand eines ganzheitlichen Konzepts auf wirtschaftlicher Basis gemessen werden, werden für das interne Risikokapital Rückversicherungseffekte berücksichtigt.

2)
Gegenüber der Fireman’s Fund Insurance Company bestehen bedingte Verpflichtungen der Allianz SE zur Leistung von Kapitaleinschüssen, die insbesondere bei künftigen negativen Entwicklungen in den Reserven für das Jahr 2003 und früher anfallen können. Diese sind auf 1,1 Milliarden US-Dollar begrenzt.



Das interne Reserverisikokapital hat sich erhöht, weil wir die Rückversicherungsstruktur geändert und unser internes Risikokapitalmodell weiter verbessert haben. Der Anstieg des internen Prämienrisikokapitals für Katastrophen ist hauptsächlich auf eine Verbesserung der betreffenden Simulationsmodelle und die Ausweitung ihrer Geltungsbereiche zurückzuführen.

Die nachstehende Tabelle zeigt das durchschnittliche interne Risikokapital für versicherungstechnische Risiken sowie die Höchst- und Tiefstbeträge für 2006 und 2007.



Durchschnittliches zugeordnetes internes versicherungstechnisches Risikokapital nach Risikoquelle (Gesamtportfolio vor Minderheitsbeteiligungen und nach Gruppendiversifikation)

2007 2006
Über Quartalswerte Über Quartalswerte
  Durchschnitt
Mio €
Hoch
Mio €
Niedrig
Mio €
Durchschnitt
Mio €
Hoch
Mio €
Niedrig
Mio €
Gruppe insgesamt 6 311 6 521 6 111 6 166 6 752 5 846
Prämie CAT 1 007 1 077 953 887 993 828
Prämie nicht-CAT 3 210 3 249 3 143 3 334 3 677 3 172
Reserve 2 071 2 170 1 984 1 926 2 063 1 823
Biometrie 23 25 21 20 20 18

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Schaden- und Unfallversicherung

Ein wesentlicher Teil des nichtdiversifizierten, dem versicherungstechnischen Risiko zugerechneten internen Risikokapitals in der Schaden- und Unfallversicherung wird zum 31. Dezember 2007 unseren Gesellschaften in Deutschland, Italien, Frankreich und den USA zugewiesen (47 Prozent).

Prämienrisiko
Das Prämienrisiko quantifiziert potenzielle Verluste, die innerhalb eines Jahres nach Risikoübernahme im Vergleich zum Erwartungswert entstehen können. Man unterscheidet hier zwischen Katastrophenrisiko (CAT-Risiko) und Nichtkatastrophenrisiko (Nicht-CAT-Risiko). In erster Linie quantifizieren und steuern wir das Prämienrisiko mit Hilfe versicherungsmathematischer Modelle. Sie erlauben es, jedem Risiko Verlustverteilungen zuzuordnen.

Eine besondere Herausforderung für das Risikomanagement sind wegen der Kumuleffekte und wegen ihrer schwierigen Prognose Naturkatastrophen wie Erdbeben, Stürme und Überschwemmungen. Um solche Risiken zu beherrschen und ihre potenziellen Auswirkungen besser abzuschätzen, nutzen wir spezielle Methoden zur Modellierung. Dabei werden Portfoliodaten, etwa über die geographische Risikoverteilung sowie über Wert und Eigenschaft der versicherten Gegenstände, mit simulierten Naturkatastrophenszenarien kombiniert. Aus dieser Zusammenschau lassen sich sodann mögliche Schadenauswirkungen und -häufungen feststellen. Wo solche Modelle noch nicht existieren, zum Beispiel für das Hagelrisiko in Deutschland, verwenden wir szenariogestützte deterministische Ansätze.

Fast ein Drittel (31. Dezember 2007: 31 Prozent) des nichtdiversifizierten internen Prämienrisikokapitals, das auf das Naturkatastrophenrisiko entfällt, lag bei unseren Gesellschaften in Deutschland und den USA. Orkane in Europa stellen unser größtes Naturkatastrophenrisiko dar, gefolgt von Hurrikans in den USA und Erdbeben in Kalifornien. Unser Verlustpotenzial, bereinigt um die Rückversicherung, für Orkane in Europa beträgt unter Annahme einer Eintrittswahrscheinlichkeit von einmal in 250 Jahren (das heißt 0,4 Prozent) rund 900 Millionen Euro.

Reserverisiko
Das Reserverisiko ist das Verlustrisiko aus Schadensrückstellungen über einen Zeithorizont von einem Jahr. Wir überwachen und steuern das Reserverisiko, indem wir fortlaufend die Abwicklung der Rückstellungen für noch nicht abschließend regulierte Schadenfälle in allen Gesellschaften verfolgen. Bei Bedarf werden die Rückstellungen, wie es die versicherungsmathematischen Standards vorsehen, korrigiert. Die von uns verwandten Konzepte ähneln den Methoden zur Festlegung der Reserven.


Lebens- und Krankenversicherung

Biometrisches Risiko
Wir berücksichtigen Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken, die Unsicherheit darüber schaffen, wie hoch die Leistungen für Versicherungskunden sein werden. Diese Unsicherheit bezieht sich darauf, dass es nicht vorhersehbar ist, wann eine versicherte Person stirbt. Bei der Modellierung dieser Risiken in unserem internen Risikokapitalmodell unterscheiden wir zwischen Sterblichkeitsniveau, Trend und Kalamitätsrisiko. Biometrische Annahmen, etwa über die Lebenserwartung, spielen eine bedeutende Rolle. Soweit verfügbar, ziehen wir für unsere Analysen die von Aufsichtsbehörden und Aktuarvereinigungen geprüften Rechnungsgrundlagen heran.

Unsere Lebens- und Krankenversicherung weist keine bedeutende Konzentration biometrischer Risiken auf. Dies gilt zum einen deshalb, weil das Portfolio sowohl aus Lebens- als auch aus Rentenversicherungen besteht, also aus Sterblichkeits- und Langlebigkeitsrisiken. Es findet also ein portfoliointerner Risikoausgleich statt. Zum anderen verhindert unsere geographische Diversifikation eine übermäßige Konzentration biometrischer Risiken.